Die Fenster

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Bleiglasfenster

Früher waren Häuser nicht hell, sondern dunkel: Ließ doch jede Öffnung im Winter Wärme entweichen und bot keinen Schutz vor Wind und Kälte. Bis ins späte Mittelalter hinein wurden Öffnungen in den Mauern mit Leinen oder Pergament (gegerbte und geölte Tierhaut) verschlossen, Schutz gegen Wind und Kälte boten hölzerne Läden. Zwar war den Römern bereits Glas bekannt, dieses waren jedoch maximal 80 x 80 Zentimeter große Scheiben, durch die man allerdings noch nicht sehen konnte. Durchsichtiges Glas mit glatter Oberfläche konnten die Menschen erst dreihundert Jahre später herstellen. Doch es war noch zu teuer, um es in Häuser einzubauen. Seit dem 5. Jahrhundert wird es vereinzelt in Kirchen eingebaut, ab dem 12. Jahrhundert verbreiteten sich die Bleiglasfenster, zierten jedoch nur in Ausnahmefällen Privathäuser oder Burgen. Bis zum 15. Jahrhundert waren Fenster selbst in Städten noch relativ selten. Da nur kleine Flächen aus flachem Glas hergestellt werden konnten, wurden diese von U- und H-förmigen Bleiruten eingefasst und entlang der Kanten miteinander verlötet. Diese sogenannten Bleiglasfenster waren neben den Sprossenfenstern die einzige Möglichkeit, größere Öffnungen in den Wänden zu verglasen.

Mit Bleiglasfenstern kam Licht und Farbe in den Raum

Jedes Bleiglasfenster besteht aus vielen Glasteilen, die von miteinander verlöteten Profilen aus Blei zusammengehalten werden. Da das Blei ein weiches Metall ist und sich leicht biegen lässt, können Glasflächen in beliebigen Formen miteinander verbunden werden. Aus diesen vielen Glasstücken entsteht ein ganzes Mosaik oder ein großes Bild. Eine andere Form der Bleiglasfenster sind Butzenscheiben: Bei diesen halten Bleistege die runden Scheiben und kleinere Füllstücke zusammen, so dass weder Wind noch Regen in den Raum kommt. Glas konnte zunächst nur durch Glasblasen hergestellt werden: Das Echtantikglas beispielsweise entsteht aus einem ovalen Ballon, dessen Glasmacherpfeife abgeschlagen wurde. Der Zylinder, der übrig blieb, wurde aufgeschnitten und zu einer Platte geglättet. Aber das erfanden die Glasmacher erst später: Bis dahin mussten größere Flächen aus kleinen Glasstücken gebildet werden. Da die kleinen Glasstücke entweder unterschiedlich gefärbt oder mit Schwarzlot und Silbergelb bemalt wurden, konnten in den Fenstern Bilder entstehen.