Herstellung

Komplexe und filigrane Herstellung

Blei lässt sich leicht verarbeiten – deswegen ist es im Zusammenspiel mit den teuren Glasstücken so hervorragend für ihre Verbindung geeignet. Einen Nachteil hat es jedoch: Für größere Fensterflächen ist reines Blei zu weich. Hier werden die einzelnen Fensterteile mit Metallruten aus einem Gemisch aus Blei und anderen Metallen zu einer großen Fläche verbunden und gekittet. Aus diesem scheinbaren Nachteil entwickelten die Bleiglashandwerker eine eigene schöpferische Form bei der Bleiverglasung, die noch heute bei der Verglasung von sakralen und profanen Bauten dient. Weil jedes Fenster aus vielen kleinen Glasstücken besteht, die ihrerseits in größeren Stücken von Metallruten gefasst sind, entstehen facettenreich kolorierte Gemälde aus Glas.

Die Jahrhunderte alte Technik dient heute zwar in der Hauptsache der Erhaltung und Restaurierung historischer Bleiglasfenster, doch es werden auch neue Fenster in dieser Technik gefertigt. Für die Herstellung und Restaurierung solcher Bleiglasfenster bedarf es einer großartigen Fingerfertigkeit, ebenso viel Aufmerksamkeit. Ist es fertig, muss jedes einzelne Fenster im Laufe seines hoffentlich langen Lebens behutsam gesäubert und gepflegt werden – wird das nicht beachtet, können sich die bunten Gläser verfärben.

Energetische Aspekte

Sind alte Bleiglasfenster in Gebäuden eingebaut, stehen sie in den meisten Fällen unter Denkmalschutz. Doch selbst wenn nicht, sind sie einfach viel zu schön, um sie durch profanes Wärmeschutz- oder Verbundsicherheitsglas zu ersetzen. Ein im Original erhaltenes Bleiglasfenster gehört zum wesentlichen Bestand des Gebäudes und ist aus denkmalpflegerischer Sicht zu reparieren, wann immer das möglich ist. Sollen die Fenster künftig wärmegedämmt werden, so kann das nur am jeweiligen Objekt geplant und realisiert werden. Möglich wären der Einbau zusätzlicher Dichtungen und der Einbau eines zweiten Fensters, eventuell als Kastenfenster. Auch mit einer äußeren oder inneren Aufdoppelung lässt sich eine solche Einfachverglasung zu einem Fenster aufrüsten, das dem Dämmwert eines modernen Verbundfensters nicht nachsteht. Solche Fenster sind schwer herzustellen heutzutage und wo man welche kaufen kann, ist auch schwierig, da es kaum Hersteller gibt.

Isolierverglasung – die Fenster für Bleiglasfenstern

In der Dämmung von Bauwerken befindet sich eine Schwache Seite bei den Fenstern. Neuartige Fenster bringen allerdings auch viele Möglichkeiten.

Für eine besonders gute Isolierung gibt es heute die so genannte Isolierverglasung. Diese Fenster beinhalten mindestens drei Scheiben und werden selbst in Kirchen eingesetzt. Zwischen den drei Gläsern existieren kleine Hohlräume, die mit einem Spezialgas gefüllt sind, wie beispielsweise Argon. Dieses Spezialgas hat eine kleinere Wärmeleitfähigkeit als Luft, weswegen eine hervorragende Isolierwirkung erzeugt wird. Erst durch die Verwendung von diesen besonderen Gasen können so gute Isolierwirkungen erreicht werden.

Isolierverglasung wird mit Fensterrahmen aus Holz, Kunststoff und Aluminium hergestellt. Jeder Baustoff bringt dabei seine individuellen Eigenschaften mit und muss aus diesem Grund eigens verarbeitet werden, damit das Isolierglas die richtige Dämmwirkung erzielt. Je nach verwendetem Werkstoff existiert eine verschiedenartige Menge von Kammern im Fensterrahmen. Diese Hohlräume erzeugen eine passende Isolierwirkung. Außerdem hängt von dem Rahmenmaterial auch die benötigte Breite der Fensterrahmen ab.

Im Großen und Ganzen ist die Isolierverglasung mit ihren Eigenschaften ein großer Fortschritt in der Welt des energetischen und Umweltbewussten Bauens.